Die Fipa

Um den Kindern gerecht zu werden, ist es notwendig über ihre Kultur Bescheid zu wissen.

Die Menschen in der Gegend um Sumbawanga herum gehören zum Stamm der Fipa. In der Zeit in der ich hier lebe ist mir immer wieder deutlich geworden, wie wichtig es ist, welchem Stamm man angehört. Durch die allgemeine Sprache: kiswahili, die jeder Einwohner lernen musste, sind die Stammesgrenzen aufgeweicht, man kann sich verstehen.

Nichts desto trotz wird auf allen Ämtern der „Stamm’ angegeben. Deutlich ist ein Zusammengehörigkeitsgefühl der einzelnen Stämme zu merken. Wenn ich in den Dörfern in „kifipa“ grüsse, dann ist deutliche Freude und lautes Lachen die Reaktion. Immer wieder werde ich dann aufgefordert noch einmal zu grüßen, in ihrer Stammessprache.
Da alle „meine Kinder“ dem Stamm der Fipa entstammen, nahm ich Unterricht bei einem ehemaligen Schuldirektor, der ein Buch über die Fipa geschrieben hat. Die Wurzeln, die Identität der Kinder, dem möchte ich Respekt und Bedeutung beimessen.

Angelo, er unterrichtet mich auch in Swahili, erzählt folgendes:

Der 1. Fipa, das erste menschliche Wesen, nennen die Fipa. NTATAKWA, seine Frau ,KAO.
Sie war stark und hatten spezielle positive Eigenschaften wie z.B. gute Führung der Dorfbewohner. Sie gründeten eine Familie, es entstand so ein Dorf, welches MILANSI genannt wurde.

Den Tag verbrachten sie draussen. Abends saßen sie um das tägliche Abendfeuer. Das war ein guter Ort zum Lernen. Die Großeltern erzählten aus dem Leben und Geschichten. So entstand ihre Tradition.

Nachts schliefen sie in. einer Grashütte.

Die Werte dieser Tradition sind:

1.- HESHIMA, Ehrung der alten Menschen.

2.- SALAMU, Begrüßung.
Diese ist besonders lang und es ist wichtig auf diese Art dem anderen Respekt und Freundschaft entgegenzubringen. Wenn man keinen Respekt durch Begrüßung bekundet, dann ist man eine Hexe, ein Mörder. Sie wurden umgebracht. Heute nicht mehr, so meint Angelo.

Grüße sind wie ein Gebet:

POSUTA: Bist du bei guter Gesundheit?
TATAWITU KALESA: Vater, der uns erschaffen hat, ich bin in guter Gesundheit wegen des allmächtigen Gottes.

3.- Ukarimu, Grosszügigkeit.

Z.B. werden kleine Kinder aufgefordert abzugeben. Statt „Guten Appetit“ wird gesagt „Twacchile Ta“, d.h. lass uns gemeinsam essen.

4.- DANKEN – ASANTE

Kinder sollen empfangen mit beiden Händen, bringen indem sie sich vor dem älteren hinknien.

Wenn eine ältere Person spricht, soll kein Kommentar gegeben werden, sie sollen hören.
Kinder tragen das Gepäck, die Taschen der älteren Menschen.

Bis zum 10.Lj sind die Kinder in der Familie mit der Mutter. Dann orientiert sich das Mädchen an der Mutter, lernt von ihr. Der Junge orientiert sich am Vater, lernt von ihm.

Arbeit der Frau:

Holt Wasser, kocht, macht das Haus sauber, wäscht,
Auf dem Feld: pflanzen, Unkraut rupfen, ernten

Arbeit des Mannes:

Um das Haus herum für Ordnung sorgen, umgraben, Busch säubern, Früchte schlagen, Hausbau, Viehhüter.

Wichtig für die Fipa ist die Heirat vorzubereiten.

Der Mann sucht sich eine Frau, nachdem der Vater ihm die Erlaubnis gegeben hat. Auch nennt er die Gegend, wo der Sohn suchen darf.
Kinder zubekommen ist Sinn und Zweck der Heirat. Sie sind ein Gottesgeschenk.

Die Hochzeitsvorbereitung ist ein langer Prozess.
Ab einem gewissen Alter gibt es ein Haus für die Jungs und ein Haus für die Mädchen.
Der Freier geht in das Mädchenhaus und gibt der Auserwählten ein Geschenk. Wenn diese Akzeptiert, gibt sie dieses Geschenk der Mutter. Dann besucht ein Freund des Freiers die Eltern des Mädchens. Er erkundet ob es in der Familie Lepra oder Epilepsie gibt.

An der Hochzeit nehmen alle Verwandten teil. Wer nicht alles Gute wünscht, wird, der wird gestraft werden.

Heute haben sich diese Strukturen verändert, es ist nicht mehr so streng. Der Einfluss der modernen Welt hat seine guten, aber auch schlechten Seiten.

Joomla templates by a4joomla